Die Melde- und Informationsstelle Antiziganismus Sachsen (MIA Sachsen) hat ihren neuen Jahresbericht für die Jahre 2023 und 2024 veröffentlicht. Der Bericht dokumentiert antiziganistische Vorfälle im Freistaat Sachsen und analysiert deren Erscheinungsformen sowie gesellschaftliche Hintergründe.
„Die aktuellen Zahlen zeigen, dass Antiziganismus weiterhin weit verbreitet ist. Im Jahr 2023 wurden 141 Vorfälle erfasst, im Jahr 2024 148 Vorfälle. Besonders häufig treten Diskriminierungen in Bereichen wie Schule, Verwaltung und im öffentlichen Raum auf.“ berichtet Gjulner Sejdi, Vorsitzender von Romano Sumnal – Roma und Sinti in Sachsen.
Neben der statistischen Auswertung beleuchtet der Bericht auch strukturelle Ursachen von Antiziganismus. Er zeigt, wie Vorurteile, fehlendes Wissen sowie politische und mediale Diskurse zur Verfestigung von Ausgrenzung beitragen.
„Antiziganismus ist in Sachsen für viele Roma und Sinti alltägliche Realität. Die dokumentierten Vorfälle zeigen, dass es sich nicht um Einzelfälle handelt, sondern um ein strukturelles Problem. Es braucht konsequente Maßnahmen in Bildung, Verwaltung und Politik, um dem wirksam zu begegnen“, so Sejdi.
Der Bericht versteht sich als wichtige Grundlage für politische Entscheidungen, Bildungsarbeit und zivilgesellschaftliches Engagement. Ziel von MIA Sachsen ist es, antiziganistische Vorfälle sichtbar zu machen, Betroffene zu stärken und langfristig zur Bekämpfung von Antiziganismus beizutragen.
Der vollständige Bericht ist ab sofort online abrufbar unter www.romano-sumnal.de sowie unter www.mia-sachsen.de.
Eine gedruckte Version kann zudem postalisch angefordert werden. Bitte wenden Sie sich hierfür an meldestelle@romano-sumnal.de.

